Kiez und Kneipe 04/2026: Einblicke in den Schulalltag – Tag der offenen Tür an der Schule für Erwachsenenbildung

Am 28. Februar öffnete die Schule für Erwachsenenbildung (SfE) ihre Türen in der Gneisenaustraße 2a / Mehringhof für Schülerinnen, Ehemalige, Partnerinnen und alle Interessierten. Der Tag bot Gelegenheit, die besondere Schule kennenzulernen
und Einblicke in ihren Alltag sowie ihre Geschichte zu gewinnen. Der Nachmittag begann in entspannter Atmosphäre mit Kaffee, Kuchen und herzhaften Snacks. Besucherinnen konnten miteinander ins Gespräch kommen und bei Führungen durch das Gebäude mehr über die Entwicklung der selbstverwalteten Schule erfahren. Informationsstände und offene Räume stellten verschiedene Arbeitsgemeinschaften vor, während Workshops – etwa zum Linoldruck oder Jonglieren – dazu einluden, selbst aktiv zu werden. Ein Alumni-Treffpunkt bot ehemaligen Schülerinnen Raum für Austausch und Wiedersehen. Zudem fand eine Lesung aus dem Buch »Offene Türen und andere Hindernisse: Erfahrungen in einer selbstverwalteten Schule für Erwachsene« (Nitsche/Rothaus, 1982) statt, die Einblicke in die frühen Erfahrungen
einer demokratischorganisierten Schule gab. Ein weiterer Höhepunkt war die Vorführung des Dokumentarfilms von Alexander Kleider »Berlin Rebel High School«, der den besonderen Alltag der Schule und die Geschichten ihrer Schüler*innen zeigt. Dieser Tag bot damit nicht nur ein abwechslungsreiches Programm, sondern auch einen seltenen Blick hinter die Kulissen einer ungewöhnlichen Bildungsinstitution. Für viele Gäste wurde deutlich, wie stark Gemeinschaft, Selbstverwaltung und Engagement das Leben an der Schule prägen. Am Ende des Tages blieb vor allem eines: ein lebendiger Eindruck davon, wie Bildung auch jenseits klassischer Schulstrukturen gestaltet werden kann – offen, gemeinschaftlich und von den
Beteiligten selbst.

Die gesamte April Ausgabe abrufbar unter: https://archiv.kiezundkneipe.de/2026/2026-04.pdf

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Kritik zur Galerieausstellung „Oxytocin”

Die Klasse K2 hat eine Galerieausstellung zum Thema Liebe mit neuen Kunstwerken (fast alle aus dem Jahr 2026) gestaltet. Zu sehen waren klassische Werke wie Acryl auf Leinwand (Dominiks ohne Titel) und gerahmte Kunstwerke (Shellys Luckypain und Gabriels RESSENS RIEN von 2023), aber auch viele ungewöhnlichere Präsentationsformen. Das Bild von Benjamin Toillette der Venus (2026) wurde beispielsweise auf einer Staffelei ausgestellt, und andere Werke gehen bewusst über den klassischen Rahmen hinaus. Insgesamt wurden sehr unterschiedliche Formen von Kunst präsentiert. Man findet Fotografien, gemalte Kunstwerke, Texte sowie zwei interaktive Werke (Magnus’ Wo findet sich Liebe? und Florians Liebe in hellen und dunklen Facetten).Diese Vielfalt ist bemerkenswert, genauso wie die Vielfalt der Liebe selbst.Obwohl sich die Ausstellung thematisch mit Liebe beschäftigt, liegt der Fokus kaum auf romantischer Liebe. Stattdessen zeigen die Werke andere Formen: die Liebe zur Leidenschaft, zur Kunst, zur Freundschaft, zur Familie oder zur Musik. Dadurch wird sehr deutlich, dass Liebe über den klassischen romantischen Sinn hinausgeht.Ein besonders eindrucksvolles Werk ist das Kunstwerk von Tara Climbing High(Poster, Foto und Wolle; 40 x 50 cm &13 x 18 cm, s. Abbildung links)Für mich persönlich drückt dieses Werk aus, dass große Liebe auch mit Schmerz verbunden sein kann. Manchmal liegen Liebe und Schmerz sehr nah beieinander. Die Künstlerin hat diese Verbindung sogar wortwörtlich umgesetzt: Durch eine Weberei verbindet sie verschiedene Elemente des Werks miteinander. Dadurch tritt das Werk aus dem typischen Rahmen heraus, was es fast lebendig wirken lässt.Alle Fäden laufen schließlich zu einem Foto zusammen, auf dem ihre blauen Flecken zu sehen sind, als wäre es unvermeidlich, dass alles dort endet. Das große Foto, auf dem sie im Zirkus durch die Luft schwingt, strahlt gleichzeitig Ruhe, Eleganz und Leidenschaft aus.
„Liebe ist vielseitig,” sagt Sara, Ko-Kuratorin der Ausstellung. „So vielschichtig und differenziert,dass kein Kunstwerk einem Anderen gleicht.”Es ist eine sehr gelungene Ausstellung, die noch bis zum 28. März hängt. Alle, die sie noch nicht gesehen haben, sollten das unbedingt tun bis dahin. Kiara K2

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